Was kostet Social-Media-Betreuung für ein Maklerbüro?

Sören von Bescherer Mitgründer von leckerPostings Stand

Eine Balkenwaage neigt sich nach links: links eine Sanduhr mit rotem Sand, rechts ein kleiner Stapel Münzen.

Selbst gemacht kostet das Ihre Stunden, ist es Ihnen das wert? Ihr Maßstab ist der Wert Ihrer eigenen Stunde, also der Provisionsumsatz, den Sie selbst erzielen, geteilt durch Ihre Arbeitsstunden.

Was an Arbeit anfällt

Zwölf Beiträge im Monat auf Instagram und Facebook, davon vier Reels, klingen nach wenig. Hinter jedem stecken aber vier Arbeiten: ein Thema finden, ein Foto auswählen, einen Text schreiben und alles auf Instagram und Facebook einstellen. Gelesen ist er schnell, bis er online ist, vergeht deutlich mehr Zeit.

Im ersten Beitrag geht es vielleicht um die Wohnung, für die Sie diese Woche das Exposé fertig gemacht haben. Welches Foto zeigt sie am besten und was schreiben Sie dazu, das nicht schon im Inserat steht? Für einen Ratgeber zur Hypothek suchen Sie zuerst die Frage, die Ihre Eigentümer wirklich stellen, und dann die Antwort, die auch ein Laie versteht.

Bei einem Reel kommt mehr dazu. Sie fahren zum Objekt, wenn das Licht stimmt, filmen den Rundgang ein paar Mal und schneiden die besten Sekunden mit Untertiteln zusammen. Für eine Kundengeschichte holen Sie vorher das Einverständnis des Verkäufers ein.

Ist der Beitrag draußen, fragt jemand darunter, ob die Wohnung noch frei ist. Ein früherer Kunde gratuliert und per Nachricht will jemand einen Besichtigungstermin. Einmal im Monat lohnt außerdem der Blick zurück: Welche Beiträge wurden angeschaut, welche nicht und was machen Sie im nächsten Monat anders?

Was Sie Ihre eigene Zeit kostet

Selbst gemacht bezahlen Sie mit Ihren eigenen Stunden, nicht mit Geld. Wichtig ist deshalb nicht der Stundensatz eines Profis, sondern Ihr eigener: Was bringt Ihrem Büro eine Stunde, in der Sie ein Haus bewerten oder einen Eigentümer beraten?

Und Sie brauchen ein Vielfaches der Zeit, die ein Profi braucht. Wer zum ersten Mal ein Reel schneidet, sucht erst ein Programm, lernt es kennen und probiert Formate aus, die ein Profi längst kennt. Ob ein Beitrag gut ist, wissen Sie erst, wenn er draußen ist, und auch der Versuch, der nichts bringt, kostet Ihre Stunden.

Was Sie ein Beitrag kostet, rechnen Sie mit Ihren eigenen Zahlen nach. Teilen Sie den Provisionsumsatz, den Sie im letzten Jahr selbst erzielt haben, durch Ihre Arbeitsstunden, dann kennen Sie den Wert Ihrer Stunde. Bei Ihrem letzten selbst gemachten Beitrag zählen Sie die Stunden ehrlich mit, vom ersten Gedanken bis online, auch die Programmsuche und den zweiten Versuch.

Beides malgenommen ist der Preis, den Sie für diesen einen Beitrag bezahlt haben. Dabei gehört Social Media nicht zu Ihrem Gewerk, und neben Bewertung, Recht und Finanzierung gelingt kaum jemandem derselbe Beitrag in derselben Qualität wie jemandem, der das jeden Tag macht. Sind Sie sicher, dass sich das lohnt?

Ein Bad können Sie auch selbst fliesen, man sieht es ihm hinterher nur an. Und Ihre Eigentümer stehen vor derselben Wahl, denn ein Haus lässt sich auch ohne Makler verkaufen. Wie viel Arbeit dann liegen bleibt und was am Ende fehlt, wissen Sie besser als jeder andere.

Zwei Monatskalender eines Maklerbüros nebeneinander. Selbst gemacht ist der Kalender voll mit Themen planen, acht Bildbeiträgen, vier Reels, Kommentaren und Nachrichten und dem Blick zurück. Abgegeben steht ein einziger Termin im Kalender: Beiträge freigeben.

Was gute Beiträge Ihnen bringen

Gute Beiträge ändern das erste Gespräch mit einem Eigentümer. Ohne sie will er beim ersten Termin meist zuerst wissen, was Sie kosten. Was Ihr Büro kann, sieht er erst, wenn er Ihnen gegenübersitzt.

Hat er vorher Ihre Beiträge gesehen, kennt er Ihr Team und hat Ihre Ratgeber zu Bewertung, Finanzierung und Steuern beim Verkauf gelesen. Aus Ihren Kundengeschichten kennt er den Weg bis zum Notartermin und fragt anders nach Ihrem Honorar, weil er sieht, wofür es steht.

Ein Profil, dessen letzter Beitrag Monate alt ist, wirkt wie ein geschlossenes Büro auf jemanden, der Sie empfohlen bekommen hat und vor dem Anruf nachschaut.

Gute Beiträge zeigen, wie Sie arbeiten, bevor der Eigentümer zum ersten Mal anruft.

Was Social-Media-Betreuung kostet

Die Kosten für Social-Media-Betreuung hängen daran, wer die Arbeit übernimmt. Jeder Weg wird anders bezahlt, deshalb zeigt die Tabelle Werte aus dem Markt und keinen Preis für Ihr Büro.

WegSo bezahlen SieWas der Markt zeigt
Freelancerpro Stunde, pro Tag oder pauschalJeder Vierte verlangt 90 Euro pro Stunde oder mehr, jeder Zehnte 110 Euro oder mehr. Das sind die Stundensätze aus 2.425 Profilen für Social Media Marketing bei freelancermap, also Angebotspreise.
Angestellte FachkraftMonatsgehalt plus LohnnebenkostenIm Median 5.546 Euro brutto im Monat bei Vollzeit in Deutschland, gerechnet über alle Berufe in Werbung und Marketing mit komplexen Spezialistentätigkeiten (Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit)
AgenturMonatspreis für eine vereinbarte LeistungKeine unabhängige Erhebung. Die Schweizer Beschaffungsplattform Gryps nennt Agentur-Stundensätze ab etwa 120 Franken, für Freie ab etwa 100 Franken.

Freelancer mit Wohnsitz in der Schweiz verlangen mehr. Mit dem Filter Schweiz zeigt freelancermap 119 Profile, dort verlangt jeder Vierte 130 Euro pro Stunde oder mehr, jeder Zehnte 150 Euro oder mehr. Eine Schweizer Honorarerhebung für Social-Media-Freelancer haben wir nicht gefunden.

Worauf Sie bei Angeboten achten

Achten Sie bei Angeboten auf die Qualität der Arbeit, nicht auf die Länge der Leistungsliste. Sie kennen das aus Ihrem eigenen Geschäft: Wer Makler nur über die Provision vergleicht, vergleicht das Falsche. Bei Social Media ist es genauso, denn zwölf Reels im Monat im Angebot heißt noch nicht, dass ein einziges davon gut ist.

Was ein Anbieter schon gemacht hat, lassen Sie sich deshalb zeigen, am besten für ein anderes Maklerbüro und über mehrere Monate. Ein schöner Einzelbeitrag sagt wenig, ein Profil, das seit einem Jahr regelmäßig läuft, sagt viel. Auch der Marktmonitor von immowelt hält fest, dass es keinen Sinn macht, einen Kanal mit schlecht gemachten Inhalten in langen Abständen zu bespielen.

Es gibt fertige Beitragspakete für Makler, in denen nur Logo und Farben getauscht werden. Fragen Sie sich bei jeder Arbeitsprobe, ob der Beitrag genauso beim Nachbarbüro stehen könnte. Wenn ja, zeigt er nicht Ihr Büro.

Vorsicht bei versprochenen Followern und Reichweite: Sie sagen nichts darüber, ob ein einziger Eigentümer aus Ihrer Region darunter ist. Und steht im Angebot nur ein Paketname wie Premium, fragen Sie, was drin ist.

Sechs Fragen an jedes Angebot

  • Wie viele Beiträge im Monat sind enthalten, in welchen Formaten und auf welchen Kanälen?
  • Wer dreht die Reels und kommt dafür jemand zum Objekt?
  • Wer beantwortet Kommentare und Nachrichten?
  • Steckt Werbebudget im Preis oder nur die Arbeit an den Anzeigen?
  • Kostet die Einrichtung der Konten extra?
  • Wie lange läuft der Vertrag und laufen die Konten auf unser Büro?

So machen wir es bei leckerPostings

Wir von leckerPostings planen die Themen, texten, gestalten und veröffentlichen auf Instagram, Facebook und LinkedIn. Bei Ihnen bleibt einmal im Monat das Freigeben. Für Maklerbüros schreiben wir seit 2022.

Ihre aktuellen Objekte terminieren wir nach Ihrem Wunsch oder gleich als Erstes, damit sie schnell einen Käufer finden. Ratgeber, Kundengeschichten und Ihr Team zeigen dazwischen, wie Sie arbeiten. Fotos aus Ihrem Alltag helfen uns, sind aber keine Pflicht.

Vor dem Monatsersten legen wir Ihnen alle Beiträge vor. Sie schauen einmal im Monat drüber und es geht nur raus, was Sie freigegeben haben. Was nicht nach Ihnen klingt, schreiben wir um.

Glückwünsche und Nachfragen unter den Beiträgen beantworten wir, wer nach Preis oder Besichtigung fragt, landet bei Ihnen. Sie bekommen von uns eine Übersicht. Was gut lief, nutzen wir im nächsten Monat.

Die Mindestlaufzeit sind drei Monate, weil sich vorher nicht beurteilen lässt, ob etwas wirkt. Angebot und Preis besprechen wir im zweiten Gespräch, wenn klar ist, was Ihr Büro braucht.

Häufige Fragen

Was kostet ein Social-Media-Manager?

Kommt drauf an, ob er angestellt ist oder frei arbeitet. Angestellt liegt der Median in Deutschland bei Vollzeit bei 5.546 Euro brutto im Monat, gerechnet über alle Berufe in Werbung und Marketing mit komplexen Spezialistentätigkeiten (Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit). Bei Social-Media-Freelancern auf freelancermap verlangt jeder Vierte 90 Euro pro Stunde oder mehr, in der Schweiz 130 Euro oder mehr.

Was kostet eine Social-Media-Agentur im Monat?

Kommt drauf an, was der Monatspreis enthält. Eine unabhängige Erhebung zu den Kosten einer Social-Media-Agentur haben wir nicht gefunden, die Preise auf Agenturseiten sind Angebote. Vergleichen Sie die Pakete deshalb nach Arbeitsproben und Leistung, nicht nur nach dem Betrag.

Wie viel Zeit kostet es, selbst zu posten?

Kommt drauf an, wie geübt Sie sind. Als Laie brauchen Sie ein Vielfaches der Zeit eines Profis, weil Sie Programme, Formate und Abläufe erst lernen. Zählen Sie bei Ihrem letzten Beitrag die Stunden ehrlich mit und rechnen Sie sie mit dem Wert Ihrer eigenen Stunde, dann wissen Sie, was er Sie gekostet hat.

Ist das Werbebudget im Preis enthalten?

Kommt drauf an. Das Budget für Anzeigen legen Sie bei Meta selbst fest, die Arbeit daran kann im Preis stecken oder extra kosten. Steht im Angebot nur ein Betrag, fragen Sie, welcher Teil davon Werbebudget ist.

Wird es günstiger, wenn wir Fotos selbst liefern?

Kommt drauf an. Haben Sie gute Fotos Ihrer Objekte, muss niemand zum Fotografieren ins Haus. Fragen Sie, ob sich das im Preis zeigt.

Sören von Bescherer

Sören von Bescherer

Mitgründer von leckerPostings. Verantwortet Texte, Technik und Reporting.

Diese Seite fasst zusammen, worauf wir beim Schreiben und Prüfen achten.

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