Was der Redaktionsplan dir abnimmt
Ein Redaktionsplan nimmt dir die Entscheidungen ab, an denen es abends hängt: worüber du postest, in welcher Form und mit welchem ersten Satz. Die triffst du einmal im Monat in Ruhe, statt jeden Abend nach dem letzten Klienten aufs Neue. Weil in Deutschland für Gesundheitsaussagen strenge Werberegeln gelten, markierst du dabei auch gleich die Beiträge, die du vor dem Posten prüfst.
Ein Satz, den wir von Ernährungsberatern häufig hören, klingt so: Zeit hätte ich schon, wenn ich genau wüsste, was ich posten soll. Nach fünf Klienten am Tag ist der Kopf oft so voll, dass für die Frage, ob heute Haferflocken oder Hülsenfrüchte dran sind, kein Platz mehr bleibt.
Ob ein Plan dir das abnimmt, entscheidet sich in jeder einzelnen Zeile. Steht dort nur das Thema Ballaststoffe im Frühstück, fängt das Überlegen am Abend erst an. Stehen Beitragsart, erster Satz und der Aufruf zum Speichern oder Kommentieren schon drin, legst du direkt mit dem Schreiben los.
Was dir ein Plan nicht abnimmt, ist die Arbeit selbst. Schreiben, gestalten, filmen, prüfen und veröffentlichen musst du trotzdem. Aber du siehst vorher, wie viel davon in einem Monat steckt, und kannst es auf die Wochen verteilen.
Was in der Redaktionsplan-Vorlage steht
Unsere Redaktionsplan-Vorlage für Ernährungsberater ist eine Google Tabelle. Der Link öffnet sie zum Ansehen. Deine eigene Kopie holst du dir oben im Menü unter Datei mit Kopie erstellen.
Dafür brauchst du ein Google-Konto. Die Kopie landet in deinem Drive und gehört dir. Bei uns musst du dich dafür nirgends anmelden.
Die Tabelle hat vier Blätter:
- So geht’s erklärt in fünf Schritten, wie du anfängst.
- Im Blatt Redaktionsplan steht eine Zeile je Beitrag.
- Unter Säulen trägst du deine Themenbereiche ein.
- In der Monatsauswertung hältst du fest, was du aus jedem Monat mitnimmst.
Der Plan hat elf Spalten: Datum, Säule, Beitragsart, Thema, Hook, Text auf dem Bild, Caption, Aufruf am Ende, Zeitlos oder Termin, Status und Notiz. Säule, Beitragsart, Zeitlos oder Termin und Status klickst du aus einer Auswahlliste, statt sie jedes Mal neu zu tippen. Die Säulen in dieser Liste holt sich der Plan aus deinem Blatt Säulen.
Acht Beispielzeilen zeigen einen Monat in einer Ernährungspraxis. Gepostet wird dienstags und freitags.
Statt eines Datums steht dort Woche und Wochentag, von Woche 1 · Di bis Woche 4 · Fr. So passt das Beispiel zu jedem Monat. In deiner Kopie überschreibst du die Zeilen einfach mit deinen eigenen Tagen und Beiträgen.
Welche Content-Säulen du brauchst
Content-Säulen, auf Englisch Content Pillars, sind die drei bis vier Themenbereiche, über die du immer wieder postest. In der Vorlage stehen vier als Beispiel:
- Wissen aus der Beratung zeigt, dass du dein Fach kannst.
- Alltag und Rezepte macht deine Tipps greifbar.
- Wer dahintersteht baut Vertrauen auf.
- Angebot sagt, wie jemand mit dir arbeiten kann.
Die Säulen sind dein roter Faden. Ohne sie stehen schnell drei Beiträge zum Intervallfasten hintereinander, weil in der Praxis gerade alle danach fragen. Danach ist die Luft raus und im Plan bleiben Tage leer.
Steht die Säule in jeder Zeile, siehst du auf einen Blick, ob dein Monat einseitig wird. Im Beispielmonat wechseln sich die vier ab, keine kommt zweimal direkt hintereinander.
Die Themen für jede Säule liegen in deiner Beratung. Welche Frage hast du diese Woche dreimal beantwortet, welches Missverständnis räumst du ständig aus? Daraus wird ein Beitrag wie die Klientenfrage der Woche im Beispiel, natürlich anonym.
Die Säulen festzulegen ist Denkarbeit, aber nur einmal. Danach fragst du dich jeden Monat nicht mehr, worüber du überhaupt reden willst, sondern nur noch, was diesmal in jede Säule kommt.
Was jede Beitragsart von dir verlangt
Die Beitragsart entscheidet mehr über deine Arbeit als das Thema. Die Vorlage kennt vier, jede verlangt etwas anderes:
- Reel: drehen, schneiden und posten. Das ist der dickste Brocken im Monat.
- Karussell: vor allem Text und Gestaltung für jede Seite.
- Bild-Post: ein gutes Foto. Was du sagen willst, steht vor allem in der Caption.
- Story: schnell gemacht, wie die Frage der Woche mit Umfrage-Sticker. Sie erreicht vor allem deine Follower und hält mit ihnen den Kontakt.
Plan deshalb die Mischung, nicht nur die Themen. Im Beispielmonat stehen zwei Reels, drei Karussells, zwei Bild-Posts und eine Story. Beide Reels zeigen etwas, das ohne viel Aufbau vor die Kamera passt: ein Blech in der eigenen Küche und drei Fragen aus der ersten Beratung.
Hook, Bildtext, Caption getrennt planen
Hook, Text auf dem Bild, Caption und Aufruf haben in der Vorlage je eine eigene Spalte, weil jedes Feld eine andere Aufgabe hat. Der Hook ist der erste Satz und entscheidet, ob jemand hängen bleibt. Der Text auf dem Bild muss ohne Caption verständlich sein.
Die Caption liest, wer stehen geblieben ist. Der Aufruf am Ende sagt, was jetzt zu tun ist: speichern, kommentieren oder dir schreiben.
Getrennt geplant, siehst du sofort, wo ein Beitrag noch hakt. Beim Bild-Post Warum ich Ernährungsberaterin geworden bin in Woche 2 stehen der Hook Eigentlich wollte ich Köchin werden und der Aufruf schon. Bildtext und Caption fehlen noch.
Eine Zeile mit gutem Thema und leerem Hook ist dagegen noch kein Beitrag. Oft ist der Hook genau der Satz, an dem du am längsten sitzt.
So schreiben wir Hook und Aufruf
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Nicht so: „Heute geht es um Meal Prep.“
So schreiben wir es: „Ein Blech, drei Mittagessen.“
Der erste Satz kündigt nichts an. Er zeigt gleich, was deine Follower davon haben.
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Nicht so: „Folg mir für mehr Tipps!“
So schreiben wir es: „Welche Box nimmst du mit? Schreib es in die Kommentare.“
Eine Frage zum Beitrag lässt sich mit einem Wort beantworten.
Zeitlose Beiträge und feste Termine
Die Spalte Zeitlos oder Termin trennt Beiträge, die jederzeit passen, von denen, die an einem Kurs, einer Aktion oder einem Feiertag hängen, wie der Brunch zum Feiertag im Beispiel. Ein Monatsplan, in dem alles fest steht, veraltet, sobald sich ein Kursstart verschiebt.
Zeitloses arbeitest du vor. Für aktuelle Termine hältst du Slots frei.
Im Beispiel steht in Woche 2 am Freitag PLATZ FREI: Kursstart, mit der Notiz, ihn zu füllen, sobald Termin und Anmeldung feststehen. Steht der Kurs bis dahin nicht, rückt ein fertiger zeitloser Beitrag auf den Platz. Dein Rhythmus hält, auch wenn sich in der Praxis etwas verschiebt.
Ist es ein Präventionskurs, steht in unserem Ratgeber ZPP-Zertifizierung: Wann dein Kurs durchkommt und wie er voll wird, wie er zertifiziert wird und über welche Wege sich die Plätze füllen.
Gesundheitsaussagen prüfen
Zwischen In Arbeit und Fertig steht in der Vorlage der Status Gesundheitsaussage prüfen. Setz ihn immer, wenn ein Beitrag sagt, was ein Lebensmittel bewirkt, oder wenn Beschwerden, Krankheiten oder Kilos darin vorkommen. Das Feld färbt sich dann hell orange. So rutscht der Beitrag nicht durch.
Im Beispiel trägt das Karussell zu Ballaststoffen in Woche 1 diesen Status. Es vergleicht, wie viele Ballaststoffe laut Packung in Haferflocken, Vollkornbrot und Müsli stecken. Sagt ein Satz in Bildtext oder Caption, was Ballaststoffe im Körper bewirken, fällt er unter die strengen Werberegeln.
Welche Sätze heikel werden und wie du sie umschreibst, steht in unserem Ratgeber Heilmittelwerbegesetz: Wann dein Instagram-Post zu weit geht. In unserer Agentur, die für Ernährungsberater postet, geht kein Gesundheits-Post raus, bevor unsere Ökotrophologin Inga ihn gegengelesen hat. Wirkung steht in unseren Posts als Frage oder sachliche Einordnung, nie als Versprechen wie Ballaststoffe heilen deinen Darm.
Bevor du einen Beitrag einplanst
- Braucht der Beitrag einen Link und steht der schon in deiner Bio?
- Stimmen alle Daten im Beitrag noch, auch Kursstart und Anmeldeschluss?
- Passt der Beitrag zu dem Tag, an dem er erscheint, etwa an einem Feiertag?
- Wechseln sich Säulen und Bilder ab, wenn du dir dein Profil mit den nächsten Beiträgen vorstellst?
Was dir die Monatsauswertung zeigt
Einmal im Monat trägst du in die Monatsauswertung ein, was am besten lief, was schwach lief, was du daraus lernst und was du im nächsten Monat anders machst. Ist dein Konto öffentlich, tippst du bei jedem Beitrag auf Insights anzeigen und siehst, wie oft er gespeichert, geteilt und kommentiert wurde. Darauf schaust du, nicht nur auf die Likes.
Als Beispiel steht in der Monatsauswertung der Monat vor dem Beispielplan. Dort wurde ein Meal-Prep-Reel am häufigsten gespeichert. Ein Beitrag zum Kurs, der nur aus Text bestand, wurde dagegen kaum gesehen.
Die Erkenntnis daraus: Rezepte aus dem Alltag werden gespeichert. Der nächste Schritt: im nächsten Monat ein Reel aus der Küche und der Kurs als Karussell.
Erst die Erkenntnisse aus dem letzten Monat machen dich besser. Das unterscheidet Profis von Laien.
Im Beispielplan steht beides schon drin: das Reel Meal Prep für die Arbeitswoche in Woche 1 und in Woche 2 der freie Platz für den Kursstart, geplant als Karussell.
Die Vorlage ist das Grundgerüst, mit dem du sofort loslegen kannst. Für unsere Kunden arbeiten wir nach derselben Mechanik, nur umfangreicher. Auch sie bekommen eine Übersicht, was gut lief. Damit verbessern wir die Posts für den nächsten Monat.
Wie du deinen Redaktionsplan erstellst
Deinen Redaktionsplan fängst du im Blatt Säulen deiner Kopie an, nicht beim Datum. Steht dein roter Faden, füllst du zuerst die zeitlosen Beiträge für den nächsten Monat und hältst Plätze für deine Termine frei.
Rechne dabei ehrlich mit dem, was danach kommt. Acht Beiträge wie im Beispiel heißen:
- Schreiben: acht Hooks und Bildtexte, sieben Captions (die Story kommt ohne aus).
- Gestalten: Fotos und Karussell-Seiten.
- Filmen und schneiden: zwei Reels.
- Prüfen: jeder Satz über Gesundheit.
- Veröffentlichen: jeden Beitrag posten oder einplanen.
- Auswerten: am Monatsende, was lief und was nicht.
Im Monat darauf geht es von vorn los.
Bei uns ist genau das der Alltag. Für Ernährungsberater schreiben und gestalten wir den kompletten Monat mit Posts, Reels und Stories, aus ihrem Wissen und in ihrem Ton.
Unsere Vorlage geben wir trotzdem gern weiter. Machst du es selbst, weißt du mit ihr jeden Abend, was dran ist. Grübeln musst du dann nicht mehr.