Reicht dein Bio-Link als Impressum auf Instagram?

Inga von Bescherer Ökotrophologin (B.Sc.) Stand

Ein rundes Profilbild, von dem eine Kette mit goldenem ersten Glied direkt zu einem Briefkasten mit Brief führt.

Dein Bio-Link reicht, wenn er direkt zu deinem vollständigen Impressum führt und als Impressum erkennbar ist, am sichersten als erster Link. Ein Impressum brauchst du, sobald dein Konto für deine Beratung wirbt.

Keine Rechtsberatung. Wir sind eine Social-Media-Agentur, keine Kanzlei. Dieser Ratgeber zeigt dir, worauf wir achten, wenn wir Posts schreiben.

Er reicht, wenn du ihn richtig baust: als Link, der direkt auf deine Impressum-Seite führt und als Impressum zu erkennen ist, am sichersten an erster Stelle. Ein eigenes Feld fürs Impressum gibt es bei Instagram nicht, also führt ein Link unter deiner Bio auf die Seite, auf der alle deine Angaben stehen. Einen solchen Link hat das Oberlandesgericht Hamburg im Mai 2026 für ein geschäftlich genutztes Instagram-Konto ausreichen lassen; er führte auf eine Website, auf der das vollständige Impressum stand.

Das Digitale-Dienste-Gesetz verlangt, dass dein Impressum „leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar“ ist und „ständig verfügbar“. Für eine Website hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass zwei Links das erfüllen können, erst Kontakt und dann Impressum. Ein Facebook-Auftritt, dessen Impressum nur über die Unterseite Info zu finden war, fiel dagegen vor Gericht durch.

Andere Gerichte sind strenger. Ein Oberlandesgericht hat 2025 bei einer Anwältin einen Link auf ihre Startseite nicht genügen lassen, weil er nur ihre Webadresse zeigte und das Impressum erst nach langem Scrollen kam. Ein Link, der nur deinname.de heißt, ist deshalb nicht sicher.

Am sichersten verlinkst du deshalb direkt deine Impressum-Seite, etwa deinname.de/impressum. Dann steht das Wort schon im Link, so wie es die Landesmedienanstalt Saarland verlangt; alternativ schreibst du Impressum: vor den Link. Hast du mehrere Links, etwa noch einen zu deinem Terminkalender und einen zu deinem Freebie, zeigt Instagram unter der Bio nur den ersten direkt. Der Impressum-Link gehört deshalb an die erste Stelle.

Wer dein Profil öffnet, muss dein Impressum ohne langes Suchen finden.

Probier den Weg einmal selbst am Handy aus, so wie jemand, der dich gerade über ein Rezept-Reel entdeckt hat: Profil öffnen, Link antippen, Impressum lesen. Landet er auf deiner Link-Seite zwischen Termin buchen, Freebie und Newsletter und findet dort kein Impressum, sucht er vergeblich.

Zwei Wege zum Impressum auf Instagram. Links eine Link-Seite mit Termin buchen, Freebie und Newsletter, aber ohne Impressum. Rechts ein Profil mit dem Link deinname.de/impressum unter der Bio, ein Tippen darauf öffnet die Impressum-Seite.

Impressumspflicht: Wann sie dich trifft

Sobald dein Konto für deine Arbeit wirbt. Die Impressumspflicht gilt für „geschäftsmäßige, in der Regel gegen Entgelt angebotene digitale Dienste“ und laut Oberlandesgericht Hamburg zählt ein geschäftlich genutztes Instagram-Konto dazu. Postest du dort über deine Beratung oder deine Kurse, trifft dich die Impressumspflicht auf Instagram. Dasselbe gilt für Rezepte, mit denen du auf dein Angebot aufmerksam machst, etwa das Reel mit deinen Overnight Oats und dem Satz Mehr davon in meinem Frühstückskurs.

Dein rein privates Konto, auf dem deine Arbeit nie vorkommt, fällt nicht darunter. Ganz ohne Angaben bleibt es aber nur, wenn es ausschließlich persönlichen oder familiären Zwecken dient, wie deine Urlaubsfotos für Familie und Freunde. Sonst verlangt der Medienstaatsvertrag der Bundesländer Name und Anschrift. Wirbst du dort auch nur ab und zu für deine Beratung, zum Beispiel mit dem nächsten Kurstermin, behandeln wir es wie ein geschäftliches.

Auf Facebook ist es nicht anders. Schon 2011 hat ein Gericht entschieden, dass eine Facebook-Seite, die für Marketing genutzt wird, ein Impressum braucht. Die Impressumspflicht auf Social Media hängt also an keiner Plattform. Deshalb bekommt auch dein LinkedIn-Profil einen Link zum Impressum, sobald du dort für dich wirbst.

Was ins Impressum muss

Arbeitest du allein und ohne Firma, ist die Liste kurz. Hinein gehören dein Name, die Anschrift, unter der du niedergelassen bist, und „Angaben, die eine schnelle elektronische Kontaktaufnahme und eine unmittelbare Kommunikation mit ihnen ermöglichen“, also mindestens deine E-Mail-Adresse. Bei Maxi Muster aus unserer Grafik beginnt das Impressum deshalb so: Maxi Muster, Musterstraße 1, 12345 Musterstadt, E-Mail post@deinname.de.

Musst du dafür deine Handynummer ins Netz stellen? Nein, eine Telefonnummer schreibt das Gesetz nicht vor. Der Europäische Gerichtshof verlangt neben der E-Mail aber einen zweiten Weg, über den dich jemand schnell erreicht. Das kann das Kontaktformular auf deiner Website sein, wenn du darauf schnell per E-Mail antwortest. Am einfachsten ist aber die Telefonnummer, gern eine eigene nur für die Praxis.

Hast du eine Umsatzsteuer- oder Wirtschafts-Identifikationsnummer, kommt sie hinein. Deine Steuernummer vom Finanzamt gehört dagegen nicht dazu. Die Wirtschafts-Identifikationsnummer hast du vielleicht schon, ohne es zu wissen: Das Bundeszentralamt für Steuern verteilt sie seit November 2024 ohne Antrag, zuerst an alle, die eine Umsatzsteuererklärung abgeben oder Kleinunternehmer sind. Schau deshalb in dein ELSTER-Postfach, bevor du sie weglässt.

Stehst du im Handelsregister oder einem ähnlichen Register, kommen Register und Nummer dazu. Mit einer GmbH oder UG nennst du außerdem die Rechtsform und wer die Firma vertritt.

Gestaltest du dein Profil wie ein kleines Magazin, etwa mit einer wöchentlichen Serie zu Ernährungsmythen, kann der Medienstaatsvertrag zusätzlich eine verantwortliche Person mit Name und Anschrift verlangen. Arbeitest du allein, bist das du.

Bist du staatlich anerkannter Diätassistent, führst du eine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung. Dann nennst du zusätzlich diese Bezeichnung, den Staat, in dem sie verliehen wurde, und die berufsrechtlichen Regelungen samt der Stelle, an der sie nachzulesen sind.

Schreib auf deine Impressum-Seite auch, für welche Profile sie gilt, etwa Dieses Impressum gilt auch für meine Profile auf Instagram und LinkedIn. Sonst kann ein Gericht sagen, dass niemand die Angaben deinem Profil zuordnen kann, zum Beispiel wenn dein Profil @gesund_mit_maxi heißt und deine Website praxis-muster.de.

Hast du dein Impressum vor Jahren mit einem Generator erstellt, stehen darin vielleicht zwei Angaben, die du prüfen kannst. Den Link zur EU-Plattform für Online-Streitbeilegung streichst du, denn die Plattform ist eingestellt und die Verordnung dazu seit dem 20. Juli 2025 aufgehoben.

Die zweite Angabe ist der Hinweis zur Verbraucherschlichtung. Gemeint ist eine neutrale Stelle, die vermittelt, wenn du dich mit einem Klienten streitest, ohne dass ihr vor Gericht geht. Diesen Hinweis verlangt das Verbraucherstreitbeilegungsgesetz auf deiner Website oder in deinen AGB, nicht im Instagram-Profil. Hast du am Ende des Vorjahres zehn oder weniger Personen beschäftigt, musst du dort nicht sagen, ob du an einer Schlichtung teilnimmst. Will ein Klient aber etwa sein Geld für ein Beratungspaket zurück und ihr legt den Streit nicht bei, nennst du ihm per E-Mail oder Brief eine zuständige Schlichtungsstelle mit Anschrift und Website und sagst, ob du teilnimmst.

Das gehört in dein Impressum

  • Name

    Dein Vor- und Nachname, bei einer GmbH oder UG die Firma mit Rechtsform und wer sie vertritt.

  • Anschrift

    Die Adresse, unter der du niedergelassen bist. Ein Postfach reicht nicht.

  • E-Mail

    Eine Adresse, deren Mails du auch wirklich liest.

  • Zweiter Kontaktweg

    Telefon oder ein Kontaktformular, auf das du schnell antwortest.

  • Identifikationsnummer

    Umsatzsteuer- oder Wirtschafts-Identifikationsnummer, wenn du eine hast; die Wirtschafts-Identifikationsnummer liegt oft schon in deinem ELSTER-Postfach.

  • Register

    Register und Nummer, wenn du etwa im Handelsregister stehst.

Ohne Website: So geht es trotzdem

Du startest gerade erst und hast nur Instagram und einen Kalender, in dem Klienten ihre Termine buchen? Auch ohne Website kann der Link in deiner Bio auf eine eigene Seite mit deinem Impressum führen. Das kann eine ganz einfache Seite sein, auf der sonst nichts steht, etwa eine einzelne Seite bei einem Homepage-Baukasten.

Möglich ist auch eine Link-Seite wie Linktree, auf der neben Termin buchen und deinem Freebie ein eigener Punkt Impressum zu deinen vollständigen Angaben führt. Ob das reicht, hat allerdings noch kein Gericht entschieden. Damit schon der erste Schritt als Impressum erkennbar ist, schreib in deine Bio das Wort Impressum vor den Link.

Auf ein zweites Instagram-Profil nur fürs Impressum, etwa @maxi.impressum, würden wir uns nicht verlassen, denn ob das reicht, hat das Oberlandesgericht Hamburg offengelassen.

Bleibt die Adresse. Arbeitest du von zu Hause, etwa mit Online-Beratungen aus dem Arbeitszimmer, bist du meist dort niedergelassen und diese Adresse gehört ins Impressum. Eine andere Geschäftsadresse kann sie ersetzen, wenn dich dort auch Briefe vom Gericht sicher erreichen. Ein Postfach reicht nicht.

Verständlich, wenn du deine Privatadresse lieber nicht im Netz sehen willst. Bei Adressen, an denen du nicht selbst bist, kommt es aber darauf an, ob Briefe vom Gericht dort wirklich ankommen. Ein Gericht hat eine reine Briefkastenadresse genügen lassen, ein anderes ein virtuelles Büro, über das Briefe vom Gericht nicht zugestellt werden konnten, dagegen nicht. Auf einen Impressum-Service, der deine Post nur weiterleitet, würden wir uns deshalb nicht verlassen.

Abmahnung und Bußgeld: Was droht

Fehlt dein Impressum oder ist es unvollständig, droht ein Bußgeld: Das Digitale-Dienste-Gesetz wertet das als Ordnungswidrigkeit und sieht eine Geldbuße bis zu 50.000 Euro vor. Dazu kommt das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Danach können Mitbewerber, etwa ein anderer Ernährungsberater, sowie Verbände und Kammern verlangen, dass du den Fehler behebst und nicht wiederholst. Diese Aufforderung heißt Abmahnung.

Immerhin kann ein Mitbewerber dir die Kosten seiner Abmahnung für ein fehlendes oder unvollständiges Impressum nicht in Rechnung stellen. Bei der ersten Abmahnung darf er auch keine Vertragsstrafe mit dir vereinbaren, solange du weniger als 100 Mitarbeiter hast. Eine Vertragsstrafe ist ein Betrag, den du zahlen müsstest, wenn der Fehler wieder vorkommt. Für Verbände und Kammern gilt diese Bremse nicht.

Liegen lassen solltest du eine Abmahnung trotzdem nie. Nur das Impressum zu reparieren, reicht vor Gericht oft nicht und welche Erklärung du einem Mitbewerber zusätzlich geben musst, sehen die Gerichte unterschiedlich. Verlierst du vor Gericht, zahlst du auch die Gerichts- und Anwaltskosten der Gegenseite.

Ist deine Website wegen eines Updates mal kurz nicht erreichbar, ist diese Störung für sich allein noch kein Verstoß, so das Oberlandesgericht Hamburg. Dauerhaft ins Leere führen darf dein Link aber nicht, etwa weil die Impressum-Seite beim Umbau der Website verschwunden ist. Was in deinen Posts selbst Ärger machen kann, steht in unserem Ratgeber Heilmittelwerbegesetz: Wann dein Instagram-Post zu weit geht.

Fünf Fragen an dein Profil

  • Führt der erste Link in deiner Bio ohne langes Suchen zu deinem Impressum?
  • Ist der Weg als Impressum erkennbar, im Link selbst oder mit dem Wort Impressum davor?
  • Öffnet sich die Seite am Handy und stehen dort Name, Anschrift, E-Mail und ein zweiter Kontaktweg?
  • Stimmen die Angaben noch, auch nach einem Umzug oder einer neuen Telefonnummer?
  • Tragen auch deine anderen Profile, auf denen du für dich wirbst, denselben Link und nennt die Impressum-Seite sie?

Häufige Fragen

Ist eine Telefonnummer im Impressum Pflicht?

Nein, aber neben deiner E-Mail-Adresse brauchst du einen zweiten schnellen Weg zu dir. Das kann ein Kontaktformular sein, auf das du schnell per E-Mail antwortest. Hat jemand nach dem ersten Kontakt keinen Zugang zum Internet und bittet um einen anderen Weg, musst du ihm einen nennen, am einfachsten deine Telefonnummer.

Reicht eine Link-Seite wie Linktree?

Das ist offen, entschieden hat es noch kein Gericht. Wir schreiben das Wort Impressum in die Bio vor den Link und setzen auf der Link-Seite ganz oben einen eigenen Punkt Impressum, der direkt zu den Angaben führt.

Muss meine Privatadresse ins Impressum?

Kommt drauf an. Ins Impressum gehört die Anschrift, unter der du niedergelassen bist; berätst du von zu Hause aus, ist das meist deine Privatadresse. Eine andere Geschäftsadresse geht nur, wenn dich dort auch Briefe vom Gericht sicher erreichen. Ein Postfach reicht nicht und ein virtuelles Büro, das nur Post weiterleitet, hat ein Gericht abgelehnt.

Brauche ich auf Facebook und LinkedIn auch ein Impressum?

Ja, sobald du dort für deine Arbeit wirbst, denn die Pflicht gilt für jedes geschäftlich genutzte Profil. Für Facebook haben Gerichte das mehrfach entschieden. Am einfachsten verlinkst du überall dieselbe Impressum-Seite.

Brauche ich für ein privates Konto ein Impressum?

Kommt drauf an: Das volle Impressum brauchst du nicht, solange du dort nie für deine Arbeit wirbst. Ganz ohne Angaben bleibt es aber nur, wenn es ausschließlich persönlichen oder familiären Zwecken dient, wie die Urlaubsfotos für die Familie; sonst verlangt der Medienstaatsvertrag Name und Anschrift. Postest du dort auch Angebote oder Termine, behandeln wir es wie ein geschäftliches Konto.

Muss der Link zur OS-Plattform noch rein?

Nein. Die EU hat ihre Plattform für Online-Streitbeilegung eingestellt, die Verordnung dazu ist seit dem 20. Juli 2025 aufgehoben. Steht der Link noch in deinem Impressum, streichst du ihn.

Inga von Bescherer

Inga von Bescherer

Ökotrophologin (B.Sc.), Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Mitgründerin von leckerPostings.

Diese Seite fasst zusammen, worauf wir beim Schreiben und Prüfen achten.

Änderungen

Erstveröffentlichung.

Keine Rechtsberatung. Wir sind eine Social-Media-Agentur, keine Kanzlei. Dieser Ratgeber zeigt dir, worauf wir achten, wenn wir Posts schreiben.

Weitere Ratgeber

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