Was du auf Instagram nicht tun musst
Du musst nicht merkwürdig tanzen, singen oder dich sonst irgendwie verrenken oder Dinge tun, die du nicht machen möchtest.
Mit Fotos haben die meisten gar kein Problem. Die Fotos auf deiner Homepage sieht ja längst jeder, der nach deiner Ernährungsberatung sucht.
Mit Instagram ohne Gesicht ist meistens gar nicht das Gesicht gemeint, sondern ein ganz bestimmtes Video: das, in dem du in die Kamera sprichst. In die Linse schauen, den Satz nicht verhaspeln und nebenbei noch Gemüse schneiden, das ist vielen einfach zu blöd.
Dein Feed kommt auch ohne solche Videos aus. Dafür reichen B-Roll, Grafiken und Fotos, die du zum Teil schon hast.
Wer hinter deinem Profil steckt, zeigen auch deine Fotos, deine Stimme und deine Art zu erklären.
Welche Formate ohne Sprechen gehen
Vier Formate kommen ohne ein gesprochenes Wort aus. In der Ernährungsberatung stehen Grafiken ganz oben:
- Grafiken: Eine FODMAP-Übersicht oder eine Einkaufsliste für die Woche erklärt ein Thema auf einen Blick. Ins Bild musst du dafür nicht. Du gestaltest die Grafik selbst, nimmst eine, die du in der Beratung schon austeilst, oder greifst zu einer Stockgrafik. Bei fremden Grafiken klärst du vorher, ob du sie zeigen darfst.
- Fotos: Deine Bilder vom Homepage-Shooting zeigen neuen Leuten, mit wem sie es zu tun haben.
- Karussell mit Text: Längere Erklärungen verteilst du auf mehrere Seiten, durch die deine Leser wischen wie durch ein Handout.
- B-Roll-Clips: Sie bringen Bewegung in deinen Feed. Darüber legst du Text oder Musik.
Selbst Instagram schreibt auf seiner Seite für Creator, es gebe keinen richtigen Weg, ein Reel zu machen. Es könne so einfach sein wie Ton unter ein paar Fotos oder Clips aus deiner Galerie.
Wie du B-Roll im Alltag drehst
B-Roll sind kurze Clips, in denen etwas passiert, ohne dass jemand in die Kamera spricht. Der Begriff kommt aus dem Film und meint ergänzende Aufnahmen, die zwischen die Hauptszenen geschnitten werden. Auf Instagram wird daraus ein B-Roll-Video aus einem oder mehreren Clips, über dem Text steht oder deine Stimme liegt.
Reels drehen mit B-Roll heißt vor allem, nebenbei zu filmen, was du ohnehin tust. Für den Anfang reicht eine Idee aus jeder Ecke deines Alltags:
- In der Küche: von oben aufs Schneidebrett, auf dem das Gemüse für die Woche liegt.
- Beim Einkauf: dein voller Korb auf dem Wochenmarkt.
- In der Praxis: Teetasse und Notizbuch auf dem Tisch, bevor die Beratung beginnt.
- Am Schreibtisch: Du schreibst Wochenplan auf ein leeres Blatt.
- Vor dem Kurs: Der Raum ist noch leer, das Thema steht schon auf dem Flipchart.
In der Küche und beim Einkauf landen dabei schneller Marken im Clip, als dir lieb ist: die Müslipackung auf der Arbeitsfläche, der Joghurtbecher im Korb. Ob so ein Bild schon Werbung ist, klärt unser Ratgeber Wann du auf Instagram Werbung kennzeichnen musst.
Unser Rat beim Filmen: Zehn Sekunden pro Clip reichen. Perfektes Licht brauchst du nicht. Wichtiger ist, dass alle ein bis zwei Sekunden etwas im Bild passiert.
Nach unserer Erfahrung ist der echte, leicht verwackelte Clip häufig sogar der bessere, weil er nach deinem Alltag aussieht. Adam Mosseri, der Chef von Instagram, schrieb Ende Dezember 2025 in seinem Ausblick auf 2026, die Leute wollten Inhalte, die echt wirken. Wo KI makellose Bilder erzeugen kann, werde ausgerechnet der Profi-Look verdächtig.
Das ist die Sicht von Instagram, keine Studie. Für deine Clips ist sie eine gute Nachricht.
Ein Clip darf so aussehen, wie er entstanden ist.
Was nicht ins Bild gehört
Nicht ins Bild gehören Klienten, deine Kinder und alles, was mehr von deiner Wohnung zeigt, als du willst. Berätst du zu Hause, rutscht bei B-Roll am Beratungstisch schnell etwas mit hinein: ein Name auf dem Ordner, die Terminliste auf dem Bildschirm, das Familienfoto am Kühlschrank.
Am einfachsten gehst du nah ran. Dann sind nur deine Hände, die Tasse und das Notizbuch im Bild. Vom Raum bleibt nichts, was jemand wiedererkennen könnte.
Ist ein Klient erkennbar, können Gesundheitsdaten im Spiel sein, die besonders geschützt sind. Was für Klienten in deinen Posts gilt, beim Datenschutz wie beim Werberecht, steht in unserem Ratgeber Heilmittelwerbegesetz: Wann dein Instagram-Post zu weit geht.
Wie du mit Fotos und B-Roll anfängst
Fang mit dem an, was schon da ist. Such drei Fotos heraus, etwa vom Shooting für deine Homepage, und eine Grafik, die du in der Beratung ohnehin benutzt. Das sind deine ersten Posts.
Bevor sie online gehen, wirf noch einen Blick in deine Bio. Denn sobald dein Profil mit diesen Posts für deine Beratung wirbt, gehören in Deutschland dein Name und die Anschrift, unter der du niedergelassen bist, ins Impressum. Wie das in der Bio aussieht, zeigt unser Ratgeber Reicht dein Bio-Link als Impressum auf Instagram?.
Danach filmst du einen B-Roll-Clip, für den du nicht aus dem Haus musst, etwa den Tisch vor der nächsten Beratung. Kommen über die Woche ein paar Clips dazu, legst du über jeden davon einen Satz Text oder deine Stimme.
Magst du das alles nicht selbst bauen, ist genau das unsere Arbeit. Wir schreiben, gestalten und veröffentlichen deine Posts, Reels und Stories, aus deinem Wissen und in deinem Ton. Aus deinen Fotos und Clips machen wir Reels und schreiben den Text dazu.
Bei uns liest Inga als Ökotrophologin jeden Post gegen. Du gibst einmal im Monat frei.
Deine Fotos helfen uns dabei. Ein Muss sind sie nicht. Und in die Kamera sprechen musst du dafür schon gar nicht.